Chronik

Ausbildung

1971 - 1974 Werklehrer und Bildhauerschule, Raoul Ratnowsky, Dornach, CH

Pädagogik

1986 - 2002 Als Kunst- und Werklehrer tätig an der                    Rudolf Steiner Schule Zürcher-Oberland, Wetzikon, ZH, CH.

Heilpädagogik

1974 - 1986 / 2002 - 2013  Als Werklehrer tätig im heilpädagogischen Institut "St. Michael", Adetswil, ZH, CH.

Pensionsalter

Seit 2013 pensioniert. 

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Aufgabenbereich in der Waldorfschule

(Rudolf Steiner Schule Zürcher-Oberland, Wetzikon, CH)

Werken und Zeichnen in der 6. , 7.  und 8. Klasse (1 Doppelstunde / Woche , je halbe Klasse)

Werkepochen in der Oberstufe (9. - 12. Klasse)                                                                                       (eine Werkepoche bestand aus 2 bis 3 Doppelstunden/ Woche, Dauer 3 bis 4 Wochen)

 9. Klasse: Plastizieren, Kupfertreiben, Schreinern, Zeichnen                                                                10. Klasse: Plastizieren (und moderne Bildhauerei), Kupfertreiben                                                         11. Klasse: Plastizieren, Design und Kunsthandwerk, Steinhauen                                                          12. Klasse: Plastizieren

Morgenepochen in der Oberstufe (9. und 12. Klasse)                                                                            (eine Morgenepoche bestand aus einer täglichen Doppelstunde am Tagesanfang, Dauer 3 bis 4 Wochen)

 9. Klasse: Kunstunterricht (Auseinandersetzung mit der Kunstentwicklung von Alt-Ägypten bis Rembrandt) (drei Tage Kunststudienreise nach Strasbourg, Odilienberg, Colmar).                              12. Klasse: Kunstunterricht (Auseinandersetzung mit der Baukunst und der Ästhetik, einschliesslich Exkursionen nach Zürich)


Aufgabebereich in der Heilpädagogik

Heilpädagogisches Institut «St. Michael»

In unserem Kinderheim gab es 30 interne Plätze für Kinder bis 18 Jahren. Die Kinder setzten sich zusammen aus, wie man es dazumal zu sagen pflegte: praktisch-bildungsfähige -, gewöhnungsfähige- und pflegebedürftige Kinder.

In den siebzigern Jahren war unsere Heimorganisation noch eine Lebensgemeinschaft, das heisst, alle Mitarbeiter trugen dazu bei, dass das Leben gemeinschaftlich gemeistert wurde. Jeder hatte seine eigene, besondere und fachspezifische Aufgabe. Es gab Lehrer, Betreuer, Therapeuten und das Personal für die Hauswirtschaft. Ausser den Ferien und den drei wöchigen Besuchswochenenden musste das Leben die ganze Woche aufrechterhalten werden. Deshalb bezog jeder einen freien Tag in der Woche, natürlich in Absprache mit den anderen. Hatten Mitarbeiter frei, war jemand krank oder fehlte jemand aus irgendeinem Grunde, musste vertreten werden und so gab es immer geregelte und spontane Vertretungen in der Betreuung, in den Unterrichtszeiten, für Fahrdienste wie auch für die Hauswirtschaft (Küche, Wäsche, Hausmeisteraufgaben u.a.m.).

Die Kinder lebten in Gruppenräumen. Sie wurden von Familien betreut, die angrenzend an den Gruppenräumen wohnten, so war die Abend- und Nachtwache auch geregelt.

Ich deute diese Lebensumstände an, weil man nur dadurch versteht, dass man ein betreutes Kind nicht nur in der Therapie, im Schulzimmer oder bei der Gruppenbetreuung erlebte. Man erlebte alle Kinder den ganzen Tag (und teilweise auch nachts) und man trug die ganze Organisation immer in seinem Bewusstsein.

Manche denken, wenn ich solche Hinweise auf das Heimleben gebe, dass man als Mitarbeiter schon ein grosses Opfer brachte. Heute sind solche Lebensumstände undenkbar geworden, aber damals fühlte sich jeder Mitarbeiter, der sich auf diese Lebensumstände einlassen konnte, auch von der Gemeinschaft getragen. Das Gefühl: man bringe hier ein grosses Opfer, ist mir nie in den Sinn gekommen.

In der Heilpädagogik werden die komplexen Krankheitsformen und deren medizinischen Grundkenntnissen oft in dem Vordergrund gestellt. Gewiss sind bestimmte medizinische Grundkenntnisse unabdingbar, nur vergisst man darüber leicht das Leben. Das Leben, das einfachste, praktische Handlungen erfordert: Wie hält man den Besen, wenn man den Dreck zusammenkehren will, wie funktioniert das mit dem «Schüüfeli und Wüüscheli»? Wie wäscht man sich die Hände? In der Garderobe tauchen erst recht elementarste Schwierigkeiten auf: wie zieht man den Mantel an, die Mütze, die Handschuhen und die Schuhe mit den Bändeln? Im Zusammenleben tauchen eine Vielzahl solcher so praktischen Handlungen auf. Handlungen, die ein Praktisch-Bildungsfähiger wie ein Gewöhnungsfähiger durchaus lernen kann, wenn man sich täglich dafür die Zeit nimmt. Man könnte alle diese Handlungen auch «Übungen für das Leben» nennen. Sie brauchen nicht separiert vom Leben in einem gesonderten Therapieraum geübt zu werden, weil sie im Tagesablauf hineingehören.

Mein Arbeitsbereich für Kunst und Handwerk eröffnete mannigfaltigste Möglichkeiten.

In der Schule waren die Kinder ihrem Alter und ihren Fähigkeiten nach eingeteilt. So hatten wir den Kindergarten, die Unter-, Mittel- und Oberstufe und manchmal eine Werkklasse. Die Gruppengrössen der Klassen variierten.

Ich unterrichtete zwei Fächern: Plastizieren und Holzbearbeitung. Weiter gab ich Einzelförderunterricht. Wer denkt, dass man mit diesem Pensum längst nicht ausgelastet war, hat recht, so lange er vergisst, dass zum vollen Pensum die Aufgaben der Lebensgemeinschaft hinzukamen. Da gab es Betreuungsaufgaben wie für mich auch unzählige Reparaturen. Glasschneiden und Fenster neu verkitten habe ich in dieser Zeit perfekt handhaben gelernt.