Kupfertreiben 9. Klasse
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Aufgabe 1


Erste Doppelstunde (ca. 90 Minuten)                                                                                                       1. Zunächst Zeit nehmen für eine Einleitung (ca. 30 Minuten). Berichten über:                                     a) Das Metall Kupfer (Fundorte, gediegenes Kupfer usw.).                                                                 b) Anwendung und Eigenschaften des Kupfers (Dachrinnen und Abflussröhre. Warum wird dieses Material gewählt? Türknauf: früher hatten die Häuser an den Grachten in Holland immer einen kupfernen Knauf an der Haustür und musste immer geputzt werden).                                               c) Bearbeitungsversuche machen lassen. Die ganze Schülergruppe soll im Kreise darum stehen (Vorübung, hier unten beschrieben)                                                                                                      d) Die Schüler sollen ihre Kupferstücke selber mit der Blechschere ausschneiden                            

2. Die restlichen 60 Minuten reichen um einen ersten Serviettenring zu machen.                               In der zweiten Doppelstunde diese Arbeit weiterführen. Die Schüler müssen Sicherheit gewinnen.                                                                                                                                                  __________________________________________________________________________

Serviettenring

Als erste Arbeit liess ich oft zwei oder mehrere Serviettenringe schlagen.

Vorübung

Zunächst liess ich die Schüler einen Kupferstreifen überhämmern. Der Streifen lag flach auf einer Unterlage.

► Wenn auf die Kupferoberfläche Schläge auftreffen, verdichtet sie sich, die andere Seite weitet sich und so biegt sich der Streifen bald auf.

Will man den Streifen nur überhämmern und soll er dabei flach bleiben, so muss man als Unterlage eine Kante benutzen. Man muss den Kupferstreifen in einem leichten Neigungwinkel halten und beim Überhämmern den Streifen über die Kante der Unterlage vorwärts schieben. Ständig dabei beobachten, ob er sich aufwölbt, ob er heruntergebogen wird oder ob er gerade bleibt.

1. Hier wird einem klar: beim Kupfertreiben muss immer das Gleichgewicht gehalten werden. Es braucht hohe Konzentration.

2. Die Unterlagen können klein sein (immer Stirnholzflächen benutzen)

3. Bei Rechtshändern: Hammer in der rechten Hand punktuell an einem Ort halten (nicht über die Fläche führen), Kupferplatte mit der linken Hand führen! Es braucht eine völlig unabhängige freie Bewegungstätigkeit beider Hände.

4. Das Kupfer wird durch Schläge und Verformung immer härter!

5. Um das Kupfer länger formbar und biegsam zu halten, soll deshalb anfänglich auf einer Holzunterlage gearbeitet werden, oder wenn die Unterlage aus Eisen ist, soll mit einem Holzhammer das Kupfer geformt werden.

6. Erst im letzten Arbeitsgang wird das Kupfer zwischen den Schlägen des Eisenhammers und der Eisenunterlage definitiv überarbeitet.


Serviettenring

  • Der Kupferstreifen wird mit einer Blechschere ausgeschnitten.
  • Er wird über eine Holzkante leicht hinausgeschoben. Der Rand wird mit einer Eisenfeile glatt gearbeitet, die Ecken werden gerundet.
  • Um ein Eisenrohr oder um ein Buchen-Rundholz lässt sich das Kupfer rund biegen und durch Schläge zugleich verfestigen.

Hier empfiehlt sich mit einem Holzhammer auf ein Eisenrohr oder mit einem Eisenhammer auf ein Rundholz zu schlagen.

  • Erst beim letzten Arbeitsgang wird mit dem Eisenhammer auf der Eisenunterlage gearbeitet (Bild oben rechts). Die Schläge müssen leicht und gleichmässig ausgeführt werden.

1. Jetzt braucht der Serviettenring mehr Stabilität. Diese bekommt er, wenn wir die Ränder abrunden.

2. Auch für den Gebrauch ist es sinnvoll und zweckentsprechend, wenn die Ränder nach aussen sich weiten. Man will ja die Serviette hineinführen.

Wir halten den Reif an eine Holzkante und schlagen das Kupfer über die Kante nach aussen. Immer kreisrund arbeiten und nicht zuviel aufs Mal hinüberschlagen. Der Hammerschlag muss genau etwas über der Kante des Holzes auftreffen (das Kupfer wird dadurch gedehnt).

Zuletzt wird der Rand leicht überhämmert. Dabei kann man den Reif in der Hand halten oder sie auf eine weiche Unterlage legen.

Diese Aufgabe ist eine einfache Arbeit um in das Kupfertreiben einzuführen.