Kupfertreiben 9. Klasse
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Aufgabe 4

Glöckchen

(Zeitraum für diese Arbeit: eine Doppelstunde resp. 90 Minuten)                                                          Das Glöckchen schliesst an die Arbeiten der Aufgabe III (Kerzenständer) an. Es ist auch möglich mit dem Glöckchen anzufangen und später den Kerzenständer zu machen oder eines der beiden auszulassen. An dieser Aufgabe ist das Klangerleben des Kupfers so schön. Ja, der Klang ist umso schöner, je genauer das Glöckchen gearbeitet ist.                                                                   

- Wir brauchen als Unterlage eine einfache Buchenholzschale mit einem Durchmesser von ca.    10 cm und eine Tiefe von ca. 1 ½ cm

- Wir benutzen ausschliesslich den Knaufhammer (auf der Abbildung ein Kupfertreibhammer, der   eigentlich für die Arbeit nicht geeignet ist.)

- Wir schneiden aus dem Kupfer eine Scheibe mit ca. 8 cm Durchmesser (Kupferdicke: 0.8 bis 1.0   mm)

Nachdem der Rand der Kupferscheibe gefeilt ist, wird die Kupferscheibe auf die Schale gelegt und gleichmässig geknauft. Es entstehen erhabene Falten, die - sobald sie entstehen - auch wieder geknauft werden.

Hat sich das Kupferblech der Vorlage völlig angepasst, schlagen wir nur noch an einer fixen Stelle und drehen die entstandene Kupferschale weiter unter dem schlagenden Hammer hindurch. Die Innenseite der Kupferschale wird dadurch tiefer und runder als die Vorlage! Denn da wo der Hammer auftrifft (Innenseite), wird das Kupfer gestaucht und auf der Rückseite (Aussenseite) wird es gedehnt. Also arbeiten wir einfach weiter, denn es muss eine ordentliche Tiefe erreicht werden.

Wichtig ist, dass der Schüler übt und übt: Der Hammer bleibt immer an der gleichen Stelle, die linke Hand führt die Kupferschale unter dem Hammer durch (beim Linkshänder umgekehrt).

Ist eine Tiefe von 2 ½ bis 3 cm erreicht, werden wir die Kupferschale auf einer gerundeten Eisenunterlage planieren.

Ich fand diese Unterlagen einmal in einem Eisenwarengeschäft, konnte sie für 1/6 des Preises bekommen. (Man nennt sie in der Fachsprache "Knorren") Diese sind heute wahnsinnig teuer.  Eine Kollegin erzählte mir, dass sie sehr grosse Kugellager gefunden hat und diese auf eine Eisenstange geschweisst hatte. Damit konnte sie genauso gut arbeiten!

Im Grunde genommen ist es egal auf was gearbeitet wird, es muss einfach eine glatt polierte, runde Eisenunterlage sein.

Man kann jetzt in einer Spiralform von aussen nach innen arbeiten (oder von innen nach aussen), wichtig ist, dass die Rundung erhalten bleibt oder gar noch verstärkt wird. Das gelingt nur, wenn man beachtet wo das Kupfer auf der Unterlage aufliegt und wo ich mit dem Hammer schlage.   Der Rand wird anschliessend (wie bei dem Kerzenständer) nachgeschnitten mit der Blechschere oder gleichmässig glatt gefeilt. Zuletzt kann man das Glöckchen auf einem Schleifpapier fertig schleifen.

In der Mitte wird jetzt mit einem Eisenbohrer ein Loch von 3 ½ mm gebohrt. Nach dem Bohren werden die Brauen der Ränder mit einem grösseren Bohrer (von Hand!) entfernt.

Aus einem Kupferdraht wird nun ein Griff gestaltet. Bei Umbauten im Haus, habe ich immer alte elektrische Kabel gesammelt. Man nimmt die Plastikhülle weg und erhält einen wunderbaren Kupferdraht. Der ist weich und lässt sich mit einer Zange schön formen. Die Schüler können hier frei-gestalterisch selber etwas formen, Bedingung ist: Der Griff muss in der Mitte durch das Loch geführt werden können, auf der Innenseite des Glöckchens muss er etwas ausgebogen werden, so dass der Griff nachher festsitzt.

Der Draht wird - nachdem er geformt ist - leicht auf einer Eisenunterlage planiert. Hierzu eigenen sich auch die Bankhaken der Hobelbank. Durch die Schläge bemerkt man sofort, dass das Kupfer starr wird. Dann kann er in das Kupferglöckchen eingelassen werden.

Jetzt fehlen einzig eine kleine Kette und ein dicker Messingstab, aus dem ein kleiner Klöppel abgesägt wird (siehe das erste Bild ganz am Anfang).